Die Hochwasser-Vorhersage-Zentrale Baden-Württemberg (HVZ) misst in Wetterstationen, die über Baden-Württemberg verteilt sind, die Niederschläge. Im Hochwassergebiet gibt es Regenmessstationen in Hechingen und Burladingen-Hausen. Zusätzlich werden die Pegelstände mittlerer und größerer Flüsse gemessen. Im Hochwassergebiet wird nur der Pegel in Rangendingen erfasst. Die HVZ hat freundlicherweise die Messdaten für den Hochwassertag 2. Juni 2008 zu Verfügung gestellt.
In Hechingen hat es zwischen 17 und 18 Uhr stark geregnet - es fielen im Mittel etwa 32 l/m² (das entspricht 32 mm/h). Kurzzeitig fielen aber bis zu 50 l/m². Das ist eine
Regenmenge wie sie in Deutschland immer wieder vorkommt. Dies führte aber noch nicht zu größeren Überschwemmungen in Hechingen. Nach 18 Uhr regnete es nur noch ganz wenig. In Hechingen konnte man also annehmen, dass die Hochwassergefahr vorüber war. Das Gewitter zog jedoch das Killertal hoch. In Hausen war der stärkste Regen zwischen 18 und 19 Uhr.

Leider wird der Pegel der Starzel nur in Rangendingen gemessen. Man sieht aber sofort, dass die starken Regenfälle in Hechingen bis 18 Uhr den Pegelstand der Starzel in Rangendingen erst gegen 20 Uhr erhöht haben. Der maximale Pegel wurde in Rangendingen erst gegen 23 Uhr erreicht. Der Pegelstand war in Wirklichkeit noch höher, da das Messsystem in Rangendingen keine höheren Pegel messen kann. In Hechingen wurde der höchste Stand des Wassers etwa um 20:15 erreicht, als die Hochwasserwelle aus dem Killertal Hechingen (
Video Hochwasser Hechingen) erreichte. Das Technische
Hilfswerk Hechingen rückte um 19:30 aus.
Bei extremen Hochwassern muss man nicht nur die lokale Regenmenge sondern auch die Topographie der Umgebung beachten und die Probleme ganzheitlich lösen. Theoretisch soll das Problem der Unwettervorhersage in kleinen Gebieten mit dem EU Projekt Hydrate angegangen werden. Ganz praktisch können die Flussanlieger das Problem der Hochwasservorhersage durch einen Blick aus dem Fenster lösen.